Fairtrade Gold Standard: Überblick

Weltweit gehen täglich Minenarbeiter unter Tage und schürfen nach einem unserer beliebtesten Schätze: Gold. Über 100 Millionen Menschen leben direkt oder indirekt vom kleingewerblichen Goldbergbau.

Im Gegensatz zu großen industriellen Minen ist die Goldgewinnung im Kleinbergbau sehr arbeitsintensiv. Bei der harten Arbeit sind die Minenarbeiter und Arbeiterinnen gefährlichen Bedingungen ausgesetzt und kämpfen um faire Preise für ihr Edelmetall. Kinderarbeit ist leider weit verbreitet. In unserem Blog-Artikel erfahren Sie mehr über die Missstände im Goldabbau.

Gemeinden, die vom Bergbau leben, fehlt es häufig an grundlegender Infrastruktur wie sanitären Einrichtungen und sauberem Trinkwasser. Oft gibt es keinen oder nur begrenzten Zugang zu Gesundheitsversorgung und Schulbildung. Entsprechend groß ist die Notwendigkeit für sicherere Arbeitsbedingungen, fairen Marktzugang, Umweltschutz und Transparenz im Handel. 

Deshalb leistet Fairtrade Pionierarbeit und engagiert sich für den besseren Schutz von Mensch und Umwelt im kleingewerblichen Bergbau in Entwicklungsländern – damit die Minenarbeiter, ihre Familien und Gemeinden ihre Situation aus eigener Kraft nachhaltig verbessern können. 

Wie wirkt der Fairtrade Gold Standard? 

Fairtrade Gold steht für eine nachhaltige Zukunft der Minenarbeiter, ihrer Familien und Gemeinschaften. Zentral dabei sind der garantierte Mindestpreis, die Fairtrade-Prämie sowie die Einhaltung von Schutzbestimmungen.

  • Mindestpreis gibt finanzielle Stabilität 

Minenarbeiterinnen und -arbeiter erzielen durch Fairtrade einen besseren Preis für ihr Gold und gewinnen durch den garantierten Fairtrade-Mindestpreis mehr Sicherheit. Der Mindestpreis liegt bei 95 Prozent des von der London Bullion Market Association (LBMA) festgelegten Goldpreises (36.500 Euro je Kilogramm, Stand Juni 2017). Dies ist ein wesentlich höherer Verkaufspreis als kleine Bergbauorganisationen in Entwicklungsländern normalerweise erhalten.

  • Fairtrade-Prämie ermöglicht Investitionen 

Fairtrade-zertifizierte Minen erhalten über den Mindestpreis hinaus eine Fairtrade-Prämie in Höhe von 2.000 US-Dollar (ca. 1.800 Euro) pro Kilogramm Gold. Diese zusätzlichen Einnahmen werden nach demokratischen Prinzipien in Gemeinschaftsprojekte wie Schulen und Gesundheitszentren sowie in die Verbesserung betrieblicher Abläufe investiert.

  • Sicherheitsbestimmungen schützen Mensch und Umwelt 

Die Fairtrade-Zertifizierung schreibt Schutzkleidung sowie Gesundheits- und Sicherheitstrainings vor. Der Einsatz von Chemikalien zur Goldgewinnung unterliegt einem verantwortungsvollen Umgang und wird so weit wie möglich reduziert. Kinderarbeit ist in Fairtrade-zertifizierten Minen verboten. 

  • Legalisierung führt zu gestärkten Organisationen 

Die Standards schreiben vor, dass nur die Bergbau-Gemeinschaften zertifiziert werden können, die legalen Bergbau betreiben. Mit dem Zusammenschluss zu legalen und formalisierten Minenorganisationen werden die Rechte der Minenarbeiter geschützt und die Entwicklung der lokalen Gemeinden gefördert.

Das Fairtrade Gold Siegel

Den detaillierten Fairtrade Gold Standard finden Sie hier (PDF, 79 Seiten). Die Regelungen des Standards zum Thema Kriegs- und Konfliktgebiete basieren auf der anerkannten “Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict Affected and High Risk Areas” der OECD – geht aber noch weit darüber hinaus. Nur das Gold, das nach diesen strengen Standards abgebaut und gehandelt wurde, darf mit dem Fairtrade Gold Siegel ausgezeichnet werden.

Die komplette Lieferkette – von der Goldmine bis zum Barren – wird dabei von FLO-Cert kontrolliert. Die beteiligten Unternehmen geben Berichte über die Verkaufszahlen ab und unterwerfen sich regelmäßigen Audits. Damit wird lückenlose Nachvollziehbarkeit sichergestellt. Mit dem Fairtrade Gold Siegel wird dieses Engagement gegenüber der Öffentlichkeit sichtbar gemacht.

Weitere Informationen unter www.fairtrade-deutschland.de/gold.

Woher kommt das faire Gold?

Die ersten Fairtrade-zertifizierten Produzenten-Kooperativen im kleingewerblichen Goldbergbau befinden sich in Peru und Kolumbien. Neue Projekte mit Produzenten in Ostafrika (Tansania, Uganda) befinden sich derzeit in der Pilotphase.

Bei TRAID GOLD stammt ein Großteil des eingesetzten Goldes – insbesondere für die Fairtrade Goldbarren und Halbzeuge – aus den Goldminen MACDESA und SOTRAMI in Peru. Das Gold für die Fairtrade Goldmünze stammt aus der zertifizierten AURELSA Goldmine, die sich ebenfalls in Peru befindet.

Internationales Netzwerk und Kontrollen

Fairtrade Deutschland (TransFair e.V., Köln) ist Mitglied des internationalen Dachverbandes Fairtrade International (Fairtrade Labelling Organizations International e.V., Bonn). Fairtrade International legt die Standards des Fairen Handels fest und unterstützt die Produzenten im Süden bei deren Umsetzung. Die Produzenten spielen dabei als gleichberechtigte Miteigentümer des Fairtrade-Systems eine aktive Rolle. Siehe www.fairgold.org und www.fairtrade.net/gold.

Die unabhängige Zertifizierungsstelle FLO-Cert GmbH kontrolliert und zertifiziert die Produzenten und Händler auf die Einhaltung der Fairtrade-Standards. FLO-Cert wurde 2003 gegründet, ist seit 2007 ISO-65 akkreditiert und seit 2015 ISO-17065 akkreditiert (Standard für "Conformity assessment - Requirements for bodies certifying products, processes and services”). Siehe www.flo-cert.net.

TransFair in Kürze

Der gemeinnützige Verein TransFair handelt nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das internationale Fairtrade-Siegel für hochwertige und fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum. 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland kennen das Fairtrade-Siegel. TransFair e.V. wird von 34 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Kirche, Verbraucherschutz, Politik und Umwelt getragen.

Fotos © Fairtrade Deutschland / TransFair e.V. / Eduardo Martino

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